Donnerstag, 29. Mai 2008

kleines bedeutend gross

mit becky aus england verliess ich peru und kam in arica, chile, in einer anderen welt an. obwohl ich ja schon in chile gewesen bin, war ich anfangs bisschen desorientiert. und ich fuehlte ganz stark, wie sehr mir bolivien und peru ans herz gewachsen sind. ich vermisste die musik in den strassen, die popcornverkaeufer an den ecken, die farbigen tuecher und trachten der frauen, dass man alle notwenigen kleinen dinge auf der strasse kaufen kann und die aus-der-tuer-hangenden busansager. ich staunte uber verkehrsampeln (in peru funktioniert der verkehr z.t. wirklich auch ohne, dafuer ein bisschen langsamer und mit mehr hupen), ueber abfalleimer am wegrand, stumme taxifahrer, frauen mit geschminkten lippen, macho-sprueche auf der strasse und dass es in den toiletten wc-papier hat und man dies auch hinunterspuehlen darf.

meine letzten paar tage in peru waren besonders intensiv und gepraegt von den kindern und deren leben am stadtrand von arequipa. dies hat meinen kleinen "kulturschock" sicher verstaerkt.
in arequipa arbeitete ich einige nachmittage in einem projekt mit, welches kinder nach der schule betreut. am aeussersten ende der stadt, wo die strassen staubig und holprig sind, die hauser einfach gebaut und nur die notwendigsten elektrischen und sanitaeren einrichtungen bestehen, hat eine englaenderin die betreuung von kindern und jugendlichen nach der schule und zur hausaufgabenhilfe eingerichtet. ich habe in san pedro von einer travellerin von diesem projekt gehoert und hatte es immer ein wenig in meinem hinterkopf.
und so kam es, dass ich dann an einem nachmittag mit den drei vollzeit-voluneer-chicos raus aus der stadt fuhr, richtung misty, um am taeglichen programm teilzunehmen und es mitzugestalten. wie schon erwaehnt, die gegend ist sehr sehr einfach und so auch das kleine gebaeude der organisation.
auf kleinem raum wurde englisch gelernt, gezeichnet, hausaufaufgaben gemacht, gebastelt, gelesen oder mit den streunenden hunden gespielt. die begeisterung und neugierde der kinder war wunderbar zu erleben und auch, wie sehr sie die aufmerksamkeit und zeit mit den volunteers genossen. die kinder waren meist sehr lieb und froehlich, doch man konnte an einigen gesichtern ablesen, dass sie kein einfaches leben fuehren. und natuerlich waren kaputte schuhe, schmutzige kleider und verwarloste hygiene auch in den reihen zu finden. ganz speziell sind mir carmen und mary in erinnerung geblieben. zwei schwestern, clever und aufgeweckt, ein bisschen verwarlost, kaum ein laecheln auf den lippen und mit so ernsten augen, dass es mir jedesmal ruehrte.
auch wenn ich schlussendlich nur einen einblick in die welt am stadtrand hatte und es nur einen tropfen auf den heissen stein war; ich bin froh, mir die kurze zeit genommen zu haben und wuenschte mir, mehr haette geben zu koennen.

Samstag, 24. Mai 2008

canon del colca

mein tripp in den colca canyon begann frueh; um 6uhr morgens gings los richtung chivay. nach drei stunden busfahrt (inkl einer hochebene von 4800m) traffen wir in chivay ein und das gerangel um einen sitzplatz begann. wie gut, einen guide zu haben, der fuer dich um den sitzplatz kampft! die busse, vollgestopft mit touristen, locals, frauen in den tradtionellen trachten, kinder und arbeitern, brauchte weitere zwei stunden bis cabanaconde, dem start- und schlusspunkt der trekking tour in den canyon.
die naechsten drei stunden wanderten wir abwaerts (1200m), liessen uns uber natuer und die kaktusse beleren, assen kaktusfeigen, genossen die aussicht und staunten uber die schnellen und flinken einheimischen, welche uns ueberholten oder entgegen kamen. an dieser stelle ist zu erwaehnen, dass die doerfer im canyon nur zu fuss erreichbar sind und alles per muli runter oder hoch geschaft wird.
den letzten teil der wanderung, 20min steil aufwaerts, brachten wir im lichte des vollmondes hinter uns. schon fast romantisch.

tag 2 startete mit einem pancake-fruehstueck (mit schokolade :-), fuehre uns in ein kleines museum und schlussendlich zum langersehnten ziel; zur osase. nach einem verdienten bad, einem leckeren lunch und einem nickerchen gings dann aufwaerts. 3h uber 1200m steil aufwaerts. nun, da gibt es die taffen, die laufen (wie renate und dani) und die weniger taffen (oder faulen wie mich), welche sich einen muli mieten. das mulireiten jedoch, war eine sehr interessante erfahrung fuer sich... :-)

am letzten tag gings dann auf condore zu sichten. gluecklicherweise fuherten uns unsere guides zu einem kleinen aussichtspunkt, wo wir die einzigen gringos waren (ich sah danach den touristenhaufen am cruz del condor!). und tatsachlich; sobald die sonne die hoehlen der condore waermt, beginnen diese auszufliegen. und sie segelten tatsaechlich nah uber unsere kopfe - wircklich sehr beindruckend!
auf dem ruckweg nach arequipa stoppten wir nochmals in chivay, diesmal um die hot springs zu geniessen. was wir auch taten und nebenbei ein glace schleckten...
am anbend, in arequipa, trafen wir uns alle dann nochmals fuer boritos (just no reis & chicken!) und, natuerlich, ein arequipeña.

Sonntag, 18. Mai 2008

inkawelt

nach krokodilen und prianias begann ich in copacabana (lake titcaca) in die inkawelt einzutauchen. ich besuchte die isla del sol, auf welcher nach der inka-mythen der sonnengott inti seine kinder - den ersten inka und seine frau - auf die erde gelassen hat.
das geniessen der wunderschoenen landschaft und den schneebergen am horizont wurde ein wenig getruebt von der hoehenkrankheit, welche mich nach der busfahrt von rurrenbabaque (172m) nach la paz (3600m) mit kopfschmerzen, erschoepfung und kurzatmigkeit plagte. das ich mich im wetterumschlag in rurrenabaque noch erkaeltet hatte, kam dazu. da half nur eins; coca-tee trinken und coca-bobons lutschen... coca ist ja fuer alles gut! na ja, fuer das halsweh bin ich dann doch zur aptotheke gegangen...

auf dem weg nach cuzco, mit stopps in puno (island flotantes), pucara, raqchi und andahuayillas, kam ich dem nabel der inka welt immer naeher.
in cuzco stachen mir als erstes die vielen polizisten ins auge. und auch, dass der stadtkern unblaublich sauber ist. man merkt sehr wohl, dass sich hier viel mehr touristen tummeln als in bolivien und chile!

ich gab mir einige tage zeit um die stadt "zu spueren" und machte mich dann auf zum machu pichu. in aguas calientes - lonely planet beschreibt es zu recht als das "haesslichste, am meisten uberteuerte, kleine dorf in peru"- verbrachte ich eine nacht und lies mich am naechsten tag vom der verlohrenen stadt verzaubern. das gefuehl, wenn man auf die ruinen herunter schaut ist schwer zu beschreiben; einfach mystisch.

ich auf ruckweg nach ollantaytambo traf ich aurelie aus frankreich mit dem selben plan, ueber das secret valley nach cuzco zurueckzukehren. zu unserer ueberraschung erwartete uns in ollantaytambo nicht nur inkaruinen, sondern auch eine farbenfohre und fasnachtsaehnliche pfingstfeier.
mit dem dem vollgestopften totyota-buesschen gings dann nach urubamba, wo wir uns einen taxi leisteten, um die ruinen von moray und die salinas anzusehen. die salinas, schon die inkas hatten das salzhaltige wasser aus dem berg zur salzgewinnung genutzt, haben mich ganz besonders fasziniert. nach einer ruhigen nacht in urubamba haben uns auch die ruinen in pisac beeindruckt, weniger erfreut waren wir uber den regen, welcher am nachmittag folgte. dieser hat uns dann auch veranlasst, direkt nach cuzco zuruckzukehren.
aurelie reiste weiter und ich machte mich dann zwei tage spaeter auf, die ruinen von tambomachay, pukapukera, q'enqo und saqsywaman anzusehen. auch diesmal verzichtete ich auf eine touristentour und nahm den local bus. von diesem tag sind mir aber nicht die ruinen oder das schoene wetter die eindruecklichste erinnerung. das gespraech mit dem "geld-einkassier-jungen" im bus von pukapukera nach q'enqo hat mich stark beschaefftig, als ich ihm auf seine frage, was denn die kinder in der schweiz arbeiten, sagen musste, dass die kinder in der schweiz nicht arbeiten muessen. der junge, 12 jahre, arbeitet von morgens frueh bis um nachmittags um 17uhr in der buscompany und geht danacht bis um 22 uhr in die schule...

von cuzco machte ich mich dann auf richtung arequipa und colca canyon, mit einem abstecher in nazca. in nazca sah ich die beruehmten lines, traf drei sympathische brasilianer und verbrachte einen weiteren tag in der geschichte der incas und pre-incas. angekommen in arquipa gehts dann morgen auf, um condore im colca canyon zu sichten...

Samstag, 3. Mai 2008

in den pampas

knapp eine stunde flug von la paz eroeffnete sich mir eine total andere welt; in rurrenabaque angekommen war alles gruen und tropisch und mir kam eine wand heiss-fechte luft entgegen... phuhh... da kommt man ganz schoen ins schwitzten!

im kleinen und freundlichen rurre fuehlte ich mich sofort wohl und genoss den ersten tag einfach zu sein, zu lesen und die feinen fruchtsaefte durchzuprobieren. da die ausgangsmoeglichkeiten ein wenig beschraenkt sind treffen sich die travellers immer wieder an den gleichen plaetzen und so lernte ich auch 'meine' chicos de suzia auch in der moskitobar kennen. in den kommenden tagen waren wir unterwegs um die umgebung zu erkunden und um wasserfaelle und abkuehlung zu suchen. einmal landeten wir in einem 5 sterne hostel ein bisschen flussaufwaerts von rurrenabaque, in welchem scheinbar schon leonardo di caprio und harrison ford genaechtig haben sollen ;-)
irgendwann in dieser zeit fing ich mir dann aber ein food-poisening ein und hatte eine sehr, sehr unangenehme nacht und den tag danach verbrachte ich absolut nichts-tuend in der haengematte liegend.

noch ein wenig vorsichtig essend, aber fast wieder fitt, entschied ich dann aber doch die jungs in die pampas zu begleiten.
die eindrueckliche zeit in den pampas wurde in wenig ueberschattet vom wetterumbruch in der zweiten nacht. es kuehlte von heissen 28grad ab auf knapp 15 grad und regnete fast 16h ununterbrochen in stroemen. unser pirania-fischen mussten wir darum leider aufgeben und auch die heimreise nach rurrenabaque war laenger und lagsamer (naturstrassen!) und dass der jeep einige male stehen blieb kam noch dazu.

es reizte mich sehr auch noch in den dschungel zu gehen, merkte aber, dass ich doch noch nicht ganz so viel energie hatte. einen kompromiss waere ein boatrip durch den dschungel zurueck nach la paz gewesen, doch ich konnte keine anderen 5 personen finden, welche sich dazu begeistern liessen. so nahm ich halt den ratter-knatter-bus (ja renate, das ist mir schon zu geben... ;-) um zuruck in die hoehe und die kaelte zu kommen.