Dienstag, 1. Juli 2008

ein langes kurzes jahr geht zu ende

nun ist es also so weit; nach dem letzten bier in der ferne, dem letzten mal schlafen im stockbett und dem letzten mal rucksack packen ist dies nun der letzte eintrag in meinem blog.

ein langes kurzes jahr ist vorbeit. vieles darf ich aus diesen elf monaten mit nach hause nehmen, nur weniges musste ich zuruecklassen (uhr in australien, schoggi in peru, brille in argentinien).
jeder teil meiner reise hat eigene erinnerungen und eindruecke hinterlassen:
australien mit sonne und beachs, der schule und den chicks, bier & BBQ, angi und ina und den eindruecklichen landschaften.
thailand mit der liebenswuerdigen bevoelkerung, den herrlichen tempeln und dem guten essen.
chile mit meinen ersten stolpern im spanisch, machos,der atacama-wueste und wein.
boliven mit den strassenstaenden ueberall, der liebenswerten bevoelkerung, reis & chicken, den wunderbar farbigen trachten, der unglaublichen solar de uyuni und coca leavs.
peru mit seinen eindruecklichen inkastaetten, der musik in den strassen, becky und den condoren.
paraguay mit seinem schwierig zu beschreibender kulturmix aus brasilien, argentinien und bolivien.
argentinien/urugway mit der herzlichkeit und offenheit der leute, den knuessels, beindruckenden iguazu-fallen, dem fleisch und dem wein, den manifestationen und der grossartigkeit von buenos aires.

ich werde die freiheit von verantwortung und den selbstverstaendlichen egoismus des reisens vermissen und auch das treffen verschiederner nationalitaeten und sprechen von verschiedenen sprachen. doch liebe schweiz; ich werde es geniessen nicht mehr immer auf die strasse schauen zu muessen, um nicht in ein loch oder in hundehaufen zu treten, kein gedanken an toilettenpapier verschwenden zu muessen und natuerlich freue ich mich schon ruedig auf volkornbort, kaese, schoggi und cervelat!
es ist zeit heimzukommen - und ich freue mich darauf!

Freitag, 27. Juni 2008

unterwegs in suedamerika

  • 183,5h mit dem bus (7,64 Tage)
  • 10h im zug
  • 9h mit dem boot
  • 2h mit dem muli
  • 1,5h mit dem flugi
  • jeep, taxi, localbusse, zu fuss

Freitag, 20. Juni 2008

zu besuch bei den argentinischen knuessels

die zeit fliegt. die 10 tage in esperaza waren kaum ein wimpernschlag. mit der warmen herzlichkeit der argentinier wurde ich bei den knuessels empfangen und fuehlte mich schon nach einigen tagen, als waere ich bei grosseltern in den ferien. im gartenhaus der knuessels hatte ich mein eigens kleines reich - fuer mich luxus pur.

meine erwartung, das alltaeglichen leben in argentinen kennen zu lernen, kam nicht zu kurz. schon sehr bald merkte ich, wie eng und wichtig familie und freunde in argentinen sind und dass herzlichkeit, waerme, umarmungen und kuesse einfach dazugehoeren. ich lernte die ganze weite der argeninischen knuessels kennen, und auch geschwister von nestor und beatrize, cousins und freunde wurden mir vorgestelle.
ich gewoehnte mich mehr oder weniger schnell an den rhytmus des argentischen lebens; mittagessen um 1 oder 2 uhr, z'vieri um 5uhr, z'nacht um 9 uhr oder spaeter und in den ausgang geht man sicherich nicht vor halb 12. mit dem spaeten abendessen hatte ich doch ein wenig muehe. jedoch genoss ich den wein beim essen umso mehr...
obwohl nestor viel arbeiteten musste nahm er sich manchmal zeit und wir unternahmen ausfluege zusammen. so besuchten wir in seinem geburtsort eine sekundarschule, welche er mitbegruendet hat, was mich natuerlich speziell interessierte. auch haben wir eine milchverarbeitungsfabrik (ich habe da 3kg dulce de leche bekommen...hmmm!!) und eine werkstatt fuer behinderte besucht und das gesellschaftliche treiben an der promnade von paraná genossen.

aber auch das alltaegliche leben war interessant fuer mich. ich spazierte im staedtchen, ging mit den chicas von nebenan abends was trinken, liess mich als waschechte gaucha ausstaffieren und half beatrize bei den ausarbeiten und beim kochen. und natuerlich kochte ich auch einmal fuer die beiden.
zwischendurch bin ich fuer 2 tage nach rosario gefahren. eine erinnerungstraechtige kleine reise; da meine kreditkarte nicht funktionierte, hatte ich nebest dem geld fuer das hostel, gerade genug um wieder nach esperanza zu fahren... kein kaffee, kein laedele... und da ich einige tage vorher meinen fuss an der bettkante ramponiert hatte, war auch das umherlaufen in der stadt nur mehr oder weniger lustig. schlussendliche sass ich dann in santa fé auch noch einige stunden fest, da die strassen von den bauern blokiert waren - ohne geld ziemlich langweilig...!

die politische und wirtschaftliche situation war/ist natuerlich allgegegwaertig. nebst meinen kurzen feststecken in santa fe, sah ich natuerlich auch die blokaden auf den strassen und erlebte mit, wie nestor herumfahren musste, auf der suche nach benzin. ich war, wenn auch nur kurz, am pfannendeckel-protest auf dem hauptplatz in esperanza (ueberall im land waren zur selben zeitpunkt proteste) und am oeffentlichen gottesdienst (ebenfalls ueberall im land zur selben zeit). im fernsehen sind die manifestationen und die praesidenin christina fernandez de kirchner ein dauerthema. und auch unter der bevoelkerung. oft wurde bedauern geaeussert, dass ich gerade in dieser schwierigen zeit argentinien besuche und vielmals auch gefragt, wie ich als schweizerin darueber denke. natuerlich habe ich mich im internet ueber die politische situaiton informiert und nestor hat mir auch sehr geduldig erklaert, was in den letzten monaten vor sich gegangen ist. obwohl die bevoerlkerung betruebt und im allgaeglichen leben behindert ist, wird doch fast ohne gewalt demonstiert und immer wieder mal mit humor dem politikalltag entgegengesetzt. so wird es in den naechsten jahren wohle nicht viele kleine christinas geben...

Donnerstag, 5. Juni 2008

eine millionaerin in paraguay

nach zwei tagen am strand von arica machten becky und ich uns, mit der indiana jones meleody im ohr, auf nach salta. salta zeigte sich von seiner unfreundlichen, kalten und bewoelkten seite und da becky nach salta zurueckkehren wuerde, verweilten wir nur kurz.
das erhoffte sonnige wetter fanden wir aber auch nicht in port iguazu. trotzdem hochmotiviert fuhren wir am ersten tag zur brasilianischen seite, aber zu unserer enttaeuschung hielt der bus nicht an der brasilianischen immigration - also kein stempel im pass von brasilien!
wie auch immer, die faelle waren beeindruckend und noch einmal viel mehr am naechsten tag von der argentinischen seite.
ein letztes mal kochten becky und ich pasta und feierten mit viel wein abschied. im ersten moment war es fuer mich nicht ganz einfach nach diesen zwei wochen mit becky alleine weiterzureisen. doch ich weiss ja aus erfahrung, dass mann schnell wieder in den trott kommt.

da ich mich mit den argeninischen knuessels am 8.juni treffen werde, reicht die zeit um den sueden von paraquay zu erkunden. schon an der grenze zu paraquay wird klar, dass es hier wieder anders zu und her geht. alles scheint chaotisch und organisiert in einer eingenen weise und strassenhaendler beleben wieder die strassen. die immigration dann endlich gefunden, sind ganze zwei andere touisten an der grenzkontrolle und der hombre hinter scheibe vermittelt den eindruck, gringos ueberhaupt nicht zu moegen.
mein grund in ciudat del est zu verweilen war der staudamm itaipú. ich war doch recht beeindruckt vom zweitgroessten staudamm der welt und dem hydroelecric-projekt, welches paraguay und brasilien zusammen auf die beine gestellt haben.
nach einer 5stundigen fahrt und drei unglaublich schlechten filmen aber mit vielfaeltigen eindruecken von der paraguyaischen landschaft, kam ich dann in asuncíon, der hauptstadt an. es ist nicht ganz einfach das leben und die art der leute hier zu beschreiben. es ist wohl eine mischung zwischen brasilien, argentinien und ein bisschen boliven. auch noch ungewohnt ist die waehrung. man fuehlt sich ja schon ziemlich reich, wenn man eine million guaraní abhebt... was dann ungefaehr 260 schweizer franken sind :-)
morgen mache ich mich dann auf nach encarnación im sueden des landes und am freitag nach santa fé. ich bin doch voller hoffnung, dass ich im fussballverrueckten argentinien ein oertchen finde, wo ich das em-eroeffnungsspiel mitverfolgen kann... hopp schwiiz!!

Donnerstag, 29. Mai 2008

kleines bedeutend gross

mit becky aus england verliess ich peru und kam in arica, chile, in einer anderen welt an. obwohl ich ja schon in chile gewesen bin, war ich anfangs bisschen desorientiert. und ich fuehlte ganz stark, wie sehr mir bolivien und peru ans herz gewachsen sind. ich vermisste die musik in den strassen, die popcornverkaeufer an den ecken, die farbigen tuecher und trachten der frauen, dass man alle notwenigen kleinen dinge auf der strasse kaufen kann und die aus-der-tuer-hangenden busansager. ich staunte uber verkehrsampeln (in peru funktioniert der verkehr z.t. wirklich auch ohne, dafuer ein bisschen langsamer und mit mehr hupen), ueber abfalleimer am wegrand, stumme taxifahrer, frauen mit geschminkten lippen, macho-sprueche auf der strasse und dass es in den toiletten wc-papier hat und man dies auch hinunterspuehlen darf.

meine letzten paar tage in peru waren besonders intensiv und gepraegt von den kindern und deren leben am stadtrand von arequipa. dies hat meinen kleinen "kulturschock" sicher verstaerkt.
in arequipa arbeitete ich einige nachmittage in einem projekt mit, welches kinder nach der schule betreut. am aeussersten ende der stadt, wo die strassen staubig und holprig sind, die hauser einfach gebaut und nur die notwendigsten elektrischen und sanitaeren einrichtungen bestehen, hat eine englaenderin die betreuung von kindern und jugendlichen nach der schule und zur hausaufgabenhilfe eingerichtet. ich habe in san pedro von einer travellerin von diesem projekt gehoert und hatte es immer ein wenig in meinem hinterkopf.
und so kam es, dass ich dann an einem nachmittag mit den drei vollzeit-voluneer-chicos raus aus der stadt fuhr, richtung misty, um am taeglichen programm teilzunehmen und es mitzugestalten. wie schon erwaehnt, die gegend ist sehr sehr einfach und so auch das kleine gebaeude der organisation.
auf kleinem raum wurde englisch gelernt, gezeichnet, hausaufaufgaben gemacht, gebastelt, gelesen oder mit den streunenden hunden gespielt. die begeisterung und neugierde der kinder war wunderbar zu erleben und auch, wie sehr sie die aufmerksamkeit und zeit mit den volunteers genossen. die kinder waren meist sehr lieb und froehlich, doch man konnte an einigen gesichtern ablesen, dass sie kein einfaches leben fuehren. und natuerlich waren kaputte schuhe, schmutzige kleider und verwarloste hygiene auch in den reihen zu finden. ganz speziell sind mir carmen und mary in erinnerung geblieben. zwei schwestern, clever und aufgeweckt, ein bisschen verwarlost, kaum ein laecheln auf den lippen und mit so ernsten augen, dass es mir jedesmal ruehrte.
auch wenn ich schlussendlich nur einen einblick in die welt am stadtrand hatte und es nur einen tropfen auf den heissen stein war; ich bin froh, mir die kurze zeit genommen zu haben und wuenschte mir, mehr haette geben zu koennen.

Samstag, 24. Mai 2008

canon del colca

mein tripp in den colca canyon begann frueh; um 6uhr morgens gings los richtung chivay. nach drei stunden busfahrt (inkl einer hochebene von 4800m) traffen wir in chivay ein und das gerangel um einen sitzplatz begann. wie gut, einen guide zu haben, der fuer dich um den sitzplatz kampft! die busse, vollgestopft mit touristen, locals, frauen in den tradtionellen trachten, kinder und arbeitern, brauchte weitere zwei stunden bis cabanaconde, dem start- und schlusspunkt der trekking tour in den canyon.
die naechsten drei stunden wanderten wir abwaerts (1200m), liessen uns uber natuer und die kaktusse beleren, assen kaktusfeigen, genossen die aussicht und staunten uber die schnellen und flinken einheimischen, welche uns ueberholten oder entgegen kamen. an dieser stelle ist zu erwaehnen, dass die doerfer im canyon nur zu fuss erreichbar sind und alles per muli runter oder hoch geschaft wird.
den letzten teil der wanderung, 20min steil aufwaerts, brachten wir im lichte des vollmondes hinter uns. schon fast romantisch.

tag 2 startete mit einem pancake-fruehstueck (mit schokolade :-), fuehre uns in ein kleines museum und schlussendlich zum langersehnten ziel; zur osase. nach einem verdienten bad, einem leckeren lunch und einem nickerchen gings dann aufwaerts. 3h uber 1200m steil aufwaerts. nun, da gibt es die taffen, die laufen (wie renate und dani) und die weniger taffen (oder faulen wie mich), welche sich einen muli mieten. das mulireiten jedoch, war eine sehr interessante erfahrung fuer sich... :-)

am letzten tag gings dann auf condore zu sichten. gluecklicherweise fuherten uns unsere guides zu einem kleinen aussichtspunkt, wo wir die einzigen gringos waren (ich sah danach den touristenhaufen am cruz del condor!). und tatsachlich; sobald die sonne die hoehlen der condore waermt, beginnen diese auszufliegen. und sie segelten tatsaechlich nah uber unsere kopfe - wircklich sehr beindruckend!
auf dem ruckweg nach arequipa stoppten wir nochmals in chivay, diesmal um die hot springs zu geniessen. was wir auch taten und nebenbei ein glace schleckten...
am anbend, in arequipa, trafen wir uns alle dann nochmals fuer boritos (just no reis & chicken!) und, natuerlich, ein arequipeña.

Sonntag, 18. Mai 2008

inkawelt

nach krokodilen und prianias begann ich in copacabana (lake titcaca) in die inkawelt einzutauchen. ich besuchte die isla del sol, auf welcher nach der inka-mythen der sonnengott inti seine kinder - den ersten inka und seine frau - auf die erde gelassen hat.
das geniessen der wunderschoenen landschaft und den schneebergen am horizont wurde ein wenig getruebt von der hoehenkrankheit, welche mich nach der busfahrt von rurrenbabaque (172m) nach la paz (3600m) mit kopfschmerzen, erschoepfung und kurzatmigkeit plagte. das ich mich im wetterumschlag in rurrenabaque noch erkaeltet hatte, kam dazu. da half nur eins; coca-tee trinken und coca-bobons lutschen... coca ist ja fuer alles gut! na ja, fuer das halsweh bin ich dann doch zur aptotheke gegangen...

auf dem weg nach cuzco, mit stopps in puno (island flotantes), pucara, raqchi und andahuayillas, kam ich dem nabel der inka welt immer naeher.
in cuzco stachen mir als erstes die vielen polizisten ins auge. und auch, dass der stadtkern unblaublich sauber ist. man merkt sehr wohl, dass sich hier viel mehr touristen tummeln als in bolivien und chile!

ich gab mir einige tage zeit um die stadt "zu spueren" und machte mich dann auf zum machu pichu. in aguas calientes - lonely planet beschreibt es zu recht als das "haesslichste, am meisten uberteuerte, kleine dorf in peru"- verbrachte ich eine nacht und lies mich am naechsten tag vom der verlohrenen stadt verzaubern. das gefuehl, wenn man auf die ruinen herunter schaut ist schwer zu beschreiben; einfach mystisch.

ich auf ruckweg nach ollantaytambo traf ich aurelie aus frankreich mit dem selben plan, ueber das secret valley nach cuzco zurueckzukehren. zu unserer ueberraschung erwartete uns in ollantaytambo nicht nur inkaruinen, sondern auch eine farbenfohre und fasnachtsaehnliche pfingstfeier.
mit dem dem vollgestopften totyota-buesschen gings dann nach urubamba, wo wir uns einen taxi leisteten, um die ruinen von moray und die salinas anzusehen. die salinas, schon die inkas hatten das salzhaltige wasser aus dem berg zur salzgewinnung genutzt, haben mich ganz besonders fasziniert. nach einer ruhigen nacht in urubamba haben uns auch die ruinen in pisac beeindruckt, weniger erfreut waren wir uber den regen, welcher am nachmittag folgte. dieser hat uns dann auch veranlasst, direkt nach cuzco zuruckzukehren.
aurelie reiste weiter und ich machte mich dann zwei tage spaeter auf, die ruinen von tambomachay, pukapukera, q'enqo und saqsywaman anzusehen. auch diesmal verzichtete ich auf eine touristentour und nahm den local bus. von diesem tag sind mir aber nicht die ruinen oder das schoene wetter die eindruecklichste erinnerung. das gespraech mit dem "geld-einkassier-jungen" im bus von pukapukera nach q'enqo hat mich stark beschaefftig, als ich ihm auf seine frage, was denn die kinder in der schweiz arbeiten, sagen musste, dass die kinder in der schweiz nicht arbeiten muessen. der junge, 12 jahre, arbeitet von morgens frueh bis um nachmittags um 17uhr in der buscompany und geht danacht bis um 22 uhr in die schule...

von cuzco machte ich mich dann auf richtung arequipa und colca canyon, mit einem abstecher in nazca. in nazca sah ich die beruehmten lines, traf drei sympathische brasilianer und verbrachte einen weiteren tag in der geschichte der incas und pre-incas. angekommen in arquipa gehts dann morgen auf, um condore im colca canyon zu sichten...